

Was ist das ‚Potsdamer Modell‘?
Das Potsdamer Modell ist ein bundesweit einmaliges modernes Arbeitszeitmodell mit zwei Säulen im Tarifgebiet Chemie Ost. Mit dem Potsdamer Modell haben die Tarifparteien (Arbeitgeberverband Nordostchemie und IG BCE) den Betriebsparteien (Geschäftsführung und Betriebsrat) die Möglichkeit zur Regelung der Arbeitszeit für die Beschäftigten geben. Die Betriebsparteien können erstens ihre eigene betriebliche wöchentliche Arbeitszeiten im Korridor von 32 bis 40 Stunden festlegen, für den gesamten Betrieb oder auch für einzelne Betriebsteile. Voraussetzung ist eine freiwillige Betriebsvereinbarung.
Zweitens können die Betriebsparteien eine individuelle Wahlarbeitszeit ab 32 Stunden regeln, die befristet gilt und nach Ablauf für den Beschäftigten eine automatische Rückkehr zur betrieblichen Arbeitszeit bedeutet. Damit können auch persönliche Bedürfnisse berücksichtigt werden, die lebensphasensabhängig sehr unterschiedlich sein können. Auch dafür ist der Rahmen in einer freiwilligen Betriebsvereinbarung zu regeln.
Einigen sich die Betriebsparteien nicht auf eine betriebliche wöchentliche Arbeitszeit gilt eine sogenannte Auffangregel, mit der die wöchentliche Arbeitszeit in drei Stufen (1.1.2019, 1.1.2021, 1.1.2023) je 30 Minuten um insgesamt 90 Minuten von heute 40 auf dann 38,5 Stunden/Woche reduziert wird.
Wie wird es von Arbeitnehmern und Unternehmen angenommen ?
Das Potsdamer Modell gilt für ungefähr 30.500 Beschäftigte in der ostdeutschen Chemieindustrie. Der Tarifvertrag läuft bis 2023, es war uns bewusst, dass es einige Zeit dauern wird, bis wir von einer breiten Umsetzung sprechen können. Viele unserer Unternehmen im Arbeitgeberverband haben großes Interesse, innovative Gestaltungen umzusetzen. Gemeinsam mit der IG BCE werden wir in den kommenden Monaten Beratung und Unterstützung anbieten.